«Logistik – Lebensmittel in Bewegung» –
Im Mittelpunkt der diesjährigen GSLI-Weiterbildung standen die vielfältigen Aspekte der Lebensmittel- und Agrarlogistik. Die Referierenden beleuchteten Themen von Tiertransporten und Rohmilchlogistik über internationale Warenströme bis hin zu digitalen Rückverfolgbarkeitssystemen.
Nach der Begrüssung durch Präsident Stefan Dennler eröffnete Dr. med. vet. Iris Brunhart vom Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden den fachlichen Teil. In ihrem Referat zum Tiertransport zeigte sie die Herausforderungen beim Transport von Nutztieren auf und erläuterte die hohen Anforderungen an Tierwohl und Tierschutz entlang der gesamten Transportkette.
Anschliessend gewährte Sarah Robbiani von der mooh Genossenschaft Einblicke in die komplexe Rohmilchlogistik. Sie verdeutlichte die Bedeutung einer präzisen Mengenerfassung, einer korrekten Probenahme sowie der konsequenten Trennung verschiedener Milcharten. Zudem zeigte sie die hohen Anforderungen an Reinigung, Hygiene und Qualitätssicherung auf.
Einen Blick auf die internationalen Lebensmittelströme bot Kathrin Kuske von DP World Global Forwarding. Sie erläuterte die globalen Transportwege zahlreicher Lebensmittel und ging auf die Herausforderungen von Spezialtransporten, Kühllagern sowie temperaturgeführten Lieferketten ein. Ihr Referat machte deutlich, wie stark die Versorgung mit Lebensmitteln von funktionierenden internationalen Logistiknetzwerken abhängt.
Dr. med. vet. Jennifer Saurina von der Plattform Agrarexport stellte anschliessend die Anforderungen beim Export von Lebensmitteln in Drittländer vor. Sie erläuterte die komplexen sanitären Vorgaben, die Voraussetzungen für Marktöffnungen sowie die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Behörden und Wirtschaft zur Sicherung bestehender Absatzmärkte.
Nach dem Mittagessen richtete sich der Fokus auf die nationale Logistik. Marc Heumann von der Planzer Transport AG präsentierte moderne Lösungen für Transportplanung, Lagerung und Temperaturüberwachung. Dabei wurde die zentrale Bedeutung einer lückenlosen Qualitätskontrolle für die Lebensmittelsicherheit deutlich.
Andreas Troxler von Swisslog AG stellte innovative Tri-Temperatur-Lösungen für die Lebensmittelbranche vor. Anhand praxisnaher Beispiele zeigte er, wie moderne Lager- und Fördersysteme unterschiedliche Temperaturzonen effizient kombinieren und damit einen wichtigen Beitrag zu leistungsfähigen Logistikprozessen leisten.
Den Abschluss bildete das Referat von Heinz Graf (GS1 Switzerland) und Christoph Roethlisberger (iiotPro) unter dem Titel «Warum die Olma-Bratwurst immer mehr Daten enthält». Die Referenten veranschaulichten die wachsende Bedeutung von Digitalisierung und Rückverfolgbarkeit in der Lebensmittelbranche. Moderne Technologien ermöglichen heute eine umfassende Überwachung von Produkten, Temperaturen und Lieferketten. Gleichzeitig wurden die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation diskutiert.
Fazit
Die GSLI-Weiterbildung 2026 bot den Teilnehmenden eine abwechslungsreiche Mischung aus fachlichem Austausch, Weiterbildung und Networking. Die Referate zeigten eindrücklich, wie vielfältig die Anforderungen an die moderne Lebensmittel- und Agrarlogistik sind und welche zentrale Rolle Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit und die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette spielen. Die Veranstaltung lieferte zahlreiche Impulse für die zukünftige Entwicklung der Branche und unterstrich die Bedeutung innovativer Logistiklösungen für eine sichere und nachhaltige Lebensmittelversorgung.
